Kompressionstherapie

Die Kompressionstherapie ist die Basisbehandlung bei Venenleiden und Erkrankungen des Lymphsystems.
Sie wird außerdem begleitend bei allen anderen Behandlungsmethoden, sowie zur Prophylaxe eingesetzt.
Bei der Behandlung mit Kompressionstherapie wird ein genau definierter Druck auf das Gewebe und die Gefäße ausgeübt.
Zuvor erweiterte Venen werden auf ihren normalen Durchmesser zusammengepresst, die noch nicht zerstörten Venenklappen schließen wieder und werden ihrer Funktion als Rückstauventil gerecht.
Der Rückfluss des Blutes zum Herzen ist gewährleistet, da es sich nicht mehr in den Beinen staut.
Durch den äußeren Druck erhöht sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes.
Es bilden sich deutlich weniger Blutgerinnsel in der Vene.
Die Beine schwellen ab, weil die Gewebeflüssigkeit wieder verstärkt in die Venen aufgenommen wird und besser abfließen kann. ...nach oben

Indikationen:

* Varikose
* Thromboembolie
* Chronische Veneninsuffizienz (CVI)
* Ödeme (Phlebödeme, Lymphödeme, Lipolymphödeme, Lipödeme)
* Zustände nach Verbrennungen
* Narbenbehandlungen

Kontraindikationen:

* fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit
* dekompensierte Herzinsuffizienz
* septische Phlebitis
* Phlegmasia coerulea dolens...nach oben

Das Venen- und Lymphgefäßsystem

Aufgabe der Venen ist es, das verbrauchte, sauerstoffarme Blut zur rechten Herzkammer zu transportieren.
Der aufrechte Gang des Menschen stellt die Venen dabei vor eine besondere Herausforderung.
Der Druck, den das Herz mit jedem Schlag erzeugt, transportiert das sauerstoff- und nährstoffreiche Blut in den Körper hinein.
Er reicht jedoch nicht aus, um das verbrauchte Blut entgegen der Schwerkraft zurückzupumpen.
Den längsten Weg haben die Beinvenen.
Um das Blut in aufrechter Körperhaltung von den Füßen zum Herzen zu pumpen, ist ein komplizierter Mechanismus notwendig: Die wichtigste Funktion hat die „Muskel-Venen-Pumpe“ der Beinmuskulatur, auch „Wadenmuskel-Pumpe“ genannt.
Durch die Bewegungen des Beines werden die Wadenmuskeln betätigt.
Sie pressen dabei die zwischen den Muskeln liegenden Venen zusammen, bringen dadurch das Blut in Bewegung und drücken es entgegen der Schwerkraft nach oben zum Herzen.

Venenklappen im Fluss und Rückfluss
Unterstützt wird der Blutrückfluss aus den Beinen durch Venenklappen, die wie Rückschlagventile wirken und dafür sorgen, dass der Blutfluss zum Herzen hin gerichtet wird: Solange das Blut zum Herzen fließt, sind die Klappen geöffnet.
Sie schließen sich wieder, wenn der Sog nachlässt, und verhindern damit, dass venöses Blut in Arme oder Beine zurückfließt.
Bei der Muskelkompression öffnen sich die Klappen herzwärts und schließen sich in die vom Herzen fortführende Richtung.
Das Lymphgefäßsystem ist ein Drainage- und Transportsystem mit engen Wechselwirkungen zum venösen System: Ein kleiner Teil der Blutflüssigkeit tritt zu Ernährungszwecken aus den Blutkapillaren ins Gewebe aus und wird bis auf einen geringen Teil, ca 10%, auf der venösen Seite wieder aufgenommen.
Diese zehn Prozent bilden die Lymphflüssigkeit.
Sie transportiert größere Eiweißmoleküle, Fett, Zellbestandteile und Wasser zu den Lymphknoten, die auch körperfremde Stoffe wie Bakterien und Toxine (Giftstoffe) herausfiltern.
Danach wird die Lymphflüssigkeit wieder in die große Körperhohlvene eingespeist....nach oben

Bandagen

Bandagen sind körperteilumschließende oder körperteilanliegende, meist konfektionierte Hilfsmittel.
Ihre Funktion ist es, komprimierend und/oder funktionssichernd (unterstützend, stabilisierend, bewegungslenkend) zu wirken.

Hierbei können auch mehrere Eigenschaften kombiniert sein.

Bandagen dienen überwiegend der Behandlung von akuten, aber auch von dauerhaft anhaltenden Weichteilerkrankungen.

Sie stabilisieren und stützen, fixieren den Bewegungsapparat auf bestimmte Bewegungsrichtungen und entlasten Gelenke und Bänder.

Beim Sport schützen Bandagen bei der Aufwärmphase und minimieren das Risiko von Muskelverspannungen, Zerrungen sowie Krämpfen und dämpfen Belastungen.
Mithilfe von in das Gewebe integrierten Mikromassagen fördern Bandagen die Durchblutung und erhöhen die Muskeltemperatur.

In der Therapie nach Sportverletzungen sorgen sie für Linderung bei Gelenk- und Muskelschmerzen, Krämpfen und Zerrungen, bei Muskelatrophie, Sehnen- und Muskelreizungen, Bindegewebs- und Schleimbeutelentzündungen, Bänderdehnungen und Instabilitäten des Bewegungsapparates.

Sie können Schwellungen und Ergüsse schneller abheilen lassen.

In der Rehabilitationsphase kommen sie unter anderem bei Arthrosen, chronischen und degenerativen Gelenk- und Bindegewebserkrankungen und nach Operationen zur Anwendung.

Einfachste Bandagen sind vorgeformt, gegebenenfalls rundgestrickt, teilweise mit elastischen Profil- oder Massageeinlagen aus Elastan, Viskose, Neopren oder Polyamiden.

Moderne Bandagen sind hochtechnische Produkte, die auf Hightech-Maschinen hergestellt werden.

Die unterschiedlichen Gestrickgarne, aus denen die Bandagen hergestellt sind, werden auf diesen Maschinen miteinander kombiniert und zu einem dreidimensionalen, anatomisch geformten Gestrick verarbeitet, das der Bewegung in allen Abläufen folgt und somit eine exakte Anpassung ermöglicht.
Die verwendeten Multifilamentgarne verfügen über eine lange Lebensdauer, sind hochelastisch und atmungsaktiv.
Die Pelotten bestehen aus hochwertigen Materialien, die die Viskoelastizität garantieren, die die Bandage benötigt, um ihre volle medizinische Leistungsfähigkeit zu entfalten.

Einsatzbereiche für Bandagen:

* Hand
* Ellenbogen
* Schulter
* Wirbelsäule
* Knie
* Fuß...nach oben

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Sanitätsfachartikel
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Pflege- und Wellnessprodukte
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