Rumpforthesen

Orthopädische Korsette werden als Rumpforthesen bezeichnet. Dabei werden passive und aktive Rumpforthesen unterschieden. Passive Rumpforthesen sind sogenannte Stützkorsette, die vorrangig die Aufgabe der Entlastung, Unterstützung und Bettung vorwiegend bei Schmerzpatienten und Patienten mit instabilen Wirbelsäulen haben.
Der Einsatz von Orthesen mit Korrekturfunktion beruht meist auf der Anwendung des „Drei-Punkt-Prinzips“.

1. Leibbinde nach Maß

Hilfsmittel aus Stoff gearbeitet, welches Becken und Leib umfassen, ohne dabei die Bewegung im lumbosaktralen Bereich einzuschränken. Vorwiegend zu Weichteilkompression nach Leiboperationen verwendet; aber auch bei leichten Haltungsschwächen....nach oben

2. Mieder
Mieder sind Hilfsmittel die je nach Diagnose bzw. Indikation in ihrer Konstruktion sehr verschieden sein können.Das ,,Grundelement´´ welcher Becken und Rumpf umfasst wird aus Stoff gearbeitet. Zur Verstärkung bzw. Stabilisierung werden vertikale Metallstäbe (Federballstahl, Kunststoffstärke) eingearbeitet.( s. vereinfachtes Stützkorsett)  
Verschiedene Rückenpelotten können indikationsbedingt eingearbeitet werden.Bei erhöhter Stabilisierungs- bzw. Fixierungsindikation wird zusätzlich eine Becken- und Rumpfspange angebracht.(s. Überbrückungsmieder)....nach oben

 

3. Reklinationskorsett:

Aus Metall und/oder Kunststoff gearbeitet wird bei Kompressionswirbelfrakturen indiziert. Meist als Halbfertigprodukt am Patienten angepasst und in den seltensten Fällen nach Maß bzw. Gipsabdruck gefertigt. Manchmal kommt dieses Korsett auch bei Patienten mit höhersitzender Thorakalkypose (Adoleszentenkyphose) zum Einsatz. Da er sich bei diesen Korsett jedoch um eine passive Rumpforthese handelt, wird in der Praxis meist ein Beckenkorsett verordnet, damit eine aktive Aufrichtung des Rumpfes gewährleistet ist.
3-Punkt-Prinzip!...nach oben

4.TLSO-Orthesen (Thorako- Lumbo-Sakral- Orthese)

werden aus Kunststoff gearbeitet und kommen in der Skoliosebehandlung zum Einsatz. Es muss gesagt werden, dass die alleinige konservative Behandlung mit einem Korsett nicht ausreichend ist. Physiotherapie ist Bestandteil des Therapieplans. Verschiedene Behandlungs- bzw. Versorgungsmöglichkeiten können aufgegriffen werden.(Chenneau, Boston, Stagnara, TRIAC)

Jedoch haben alle das Prinzip, der Rotationsbeeinflussung und bilden mit aktiver Induktion von Muskelkontraktion Beckenaufrichtung (außer TRIAC) die orthopädisch – technische Behandlung....nach oben