Prothetik

Unter Prothesen versteht man Körperersatzstücke nach Amputationen oder bei angeborenem Fehlen von Gliedmaßen.
Prothesen müssen vielen Anforderungen gerecht werden. Die wichtigsten Anforderungen sind Ausgleich und Ersatz von Funktion und Kosmetik.
Die Ansprüche der Patienten an eine Prothese sind sehr unterschiedlich und abhängig von vielen individuellen Faktoren.

Nicht immer kann eine Prothese alle vom Amputierten an sie gestellten Erwartungen erfüllen.
Vielmehr muss eine Gewichtung nach Prioritäten vorgenommen werden, die in gemeinsamen Gesprächen zwischen Patient und Orthopädietechniker ermittelt werden.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Ihre Ansprüche an die Versorgung mit allen Möglichkeiten der Technologien zu realisieren.

Viele Patienten sind erstaunt, welche Vielzahl von Materialien bestehen, die Ihnen nie geahnte Möglichkeiten bieten, den Alltag zu bewältigen und den Tragekomfort, oder die kosmetische Erscheinung zu verbessern.

Für unsere Sonderanfertigungen greifen wir auf modernste Fertigungstechniken zurück!

In der Prothesentechnik unterscheidet man zwei Bauweisen: die Schalen- und die Modularbauweise.
Beide Bauweisen haben ihre Vor- und Nachteile.

Die traditionellere Schalenbauweise zeichnet sich dadurch aus, dass das tragende Element der Prothese außen angelegt ist, das heisst, die Prothesenwandung übernimmt sowohl eine formende als auch eine tragende Funktion.

Prothesen, die nach diesem Prinzip hergestellt sind, zeichnen sich durch besondere Robustheit und Langlebigkeit aus.
Sie sind einfach zu pflegen, haben ihre Grenzen aber in der kosmetischen Verkleidung, sowie in den Verstellmöglichkeiten und beim Austausch von Passteilen.

Die Modularbauweise, auch Rohrskelettbauweise genannt, hat sich gegenüber der Schalenbauweise weitgehend durchgesetzt.

Sie ist dem menschlichen Vorbild weitaus mehr nachempfunden.

Das tragende Element von Prothesen in Modularbauweise besteht aus einer Rohrkonstruktion.
Über Adapter und Module werden die verschiedenen Prothesenpassteile miteinander verbunden.
Dieses Bauprinzip bietet vielfältige Möglichkeiten die Passteile auszuwählen und miteinander zu kombinieren.
Außerdem kann die Prothese nach den individuellen Erfordernissen und Bedürfnissen des Amputierten schnell justiert und Passteile können nahezu beliebig ausgewechselt werden.

 

Eine Amputation ist ein gravierender Einschnitt für jeden Betroffenen und sein Umfeld.
Deshalb werden sehr komplexe Anforderungen an die Prothese gestellt.
Unser erfahrenes Team stellt eine die für den jeweiligen Patienten optimal abgestimmte Prothese her, welche all den Anforderungen und Möglichkeiten des Patienten gerecht, wird um eine Rehabilitation erfolgreich durchzuführen.

Unser Augenmerk zielt dabei speziell auf den Prothesenschaft.
Ein schlecht sitzender Prothesenschaft kann durch kein High-Tech-Bauteil kompensiert werden.
Erst wenn der optimale Sitz gegeben ist, kann man auch all die Vorteile diverser Gelenksysteme und Adaptoren ausschöpfen.

Deshalb beginnt bei uns eine Prothesenversorgung mit einem ausführlichen Beratungsgespräch, bei dem wir uns neben den alltäglichen Dingen, wie Wohnumfeld und Arbeitsplatz, vor allem ein Bild über die Bedürfnisse und Ansprüche des Patienten an die Prothese verschaffen.

Gemeinsam mit dem Patienten entwickeln wir dann die Prothese.
Im Mittelpunkt steht dabei immer der Patient und dessen Rehabilitation.

1.Vorfußamputation

Sie wird in verschiedenen Amputationshöhen durchgeführt.
Zehenamputation, meist mit einer Carbonfasereinlage zu versorgen.
Bei anderen Amputationshöhen im Vorfußbereich wird die Prothese aus Silikon, als sogenannte Silikon-Vorfußprothese gearbeitet. ...nach oben

2. Unterschenkel

Wie ein Patient versorgt wird, hängt von seinen Anforderungen an die Prothese ab. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten.
z.B.:
Unterschenkelprothese aus Holz oder Leder mit Oberhülse
frühe Prothesenform, welche heute nur noch selten zur Anwendung kommt, da die Prothesen oft zu schwer und in ihrer technischen Gestaltung zu unflexibel sind.

PTB-Prothese (Patella-Tendon-Bearing)
erste Prothese ohne Oberhülse
Hauptlastaufnahme erfolgt über die Patellasehne
wird mit einer Riemenkonstruktion oberhalb des Kniegelenkes befestigt

KBM-Prothese (Kondylenbettung Münster)
ähnlich der PTB-Prothese, jedoch mit Umgreifung der Femurkondylen
medial (innen) mit Pelotte am Femurkondylus als Haltemechanismus

PTS-Prothese (Prothese tibiale supracondylienne)
ähnlich der KBM-Prothese, jedoch mit Einbeziehung der Kniescheibe in die Lastaufnahme

PTK-Prothese (Prothese tibiale Kegel)
stellt eine Mischform aus den vorgenannten Prothesenformen dar
Anstützung der Patellasehne
Weichwandschaft reicht über die Patella
Hartschaft ist im Kniescheibenbereich freigelegt

aktuelle Prothesensysteme mit Liner
Prothesen mit Liner (Silikon, Polyurethan, Silikongel) stellen heute in weiten Bereichen den Standard dar.
Die Lastübertragung erfolgt meist über weite Teile des Stumpfes und nicht mehr allein über das Patellaband oder unterhalb des Tibiaplateaus.

Soderberg-Schaft mit Liner
Prothesenschaft mit Liner welcher nach kosmetischen und anatomischen Gesichtspunkten oft die beste Wahl ist.

Ein Liner verhindert Druck bzw. Scheuerstellen im Schaft und minimiert die Elongierung wesentlich.
Der Prothesenschaft wird aus Carbon- & Kevlar verstärktem Harz hergestellt, um das Gewicht der Prothese so gering wie möglich zu halten. ...nach oben

3.Knieexartikulation

Eine Sonderform der Oberschenkelamputation. Es werden keine Knochen durchtrennt, sondern nur Weichteile im Kniegelenk.
Der Vorteil dieser Amputationstechnik ist, dass das Stumpfende gut bis voll belastet werden kann. Die komplette Oberschenkelmuskulatur bleibt erhalten.
Hierdurch kann der Patient die Prothese sehr gut führen. Je nach Schafttyp steigt der Anwender mit, oder ohne einem Liner bzw. Weichwandinnentrichter in den teilflexiblen Schaft der Prothese ein.
Durch den flexiblen oberen Teil des Schaftes passt er sich beim Sitzen der Sitzfläche an.

Schaft mit Weichwandinnentrichter

Spangenschaft mit Thermoschaft

Prothesenschaft mit Liner...nach oben

4.Oberschenkel

Je nach Länge und Beschaffenheit des Stumpfes wird entschieden ob ein Spangschaft, oder
die Versorgung mit einem Liner erfolgt. Verschiedene Schaftformen (Quer-, Längsovale
Form, MAS- Schaft, etc) ermöglichen eine auf den Patienten zurechtgeschnittene optimale Prothesenversorgung.
In Verbindung mit unzähligen Knie- und Fußpasskeilen wird die Prothese den Anspruch des Anwenders gerecht....nach oben

5.Hüftexartikulation/ Hemipelvektomie

Bei dieser Amputationstechnik wird das komplette Bein entfernt.
Eine Prothesenversorgung ist nur mit Hilfe eines Beckenkorbes möglich.
Durch geeignete Hüft-, Knie- und Fußpassteile können in der Regel sehr akzeptable Versorgungen erreicht werden, die dem Patienten ermöglichen sein Leben weiter“gehend“ zu gestalten....nach oben

Prothesenpassteile:

Wir verwenden Hüft-, Knie- und Fußpassteile aller am Markt positionerter orthopädietechnischen Hersteller.
Die Ermittlung der für den Patienten geeignete Passteile der anzufertigen Prothese geschieht entweder anhand einer Patienenerhebung im Gespräch mit dem Techniker, oder im direkten Testlauf.
Dabei können diverse Passteile untereinander ausgetauscht werden und die eigenen Empfindungen hervorgebracht werden.
Hier verbinden wir Anspruch und Erfordernis miteinander, damit die Lösung für den Anwender optimal ist....nach oben